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DROGEN: Cannabis vs. Die anderen Heilkraeuter (Johanniskraut und Co)

Ursprünglicher Anlass:


Beschreibung zum Video:

Prof. Dr. Kirsten R. Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover ordnete die Entwicklungen im Bereich Medizinalcannabis kritisch ein. Sie wies darauf hin, dass sich die Nutzung zunehmend in Richtung Genusszwecke verschiebt und dadurch Herausforderungen für die Patientenversorgung entstehen. Auf Basis aktueller Studien sprach sie sich für den Ausbau legaler Bezugsquellen sowie eine gezielte Stärkung des Jugend- und Gesundheitsschutzes aus.


🌿 Cannabis vs. Die anderen Heilkräuter – Kommentar (8. Mai 2026):

Als Fachkundiger der Phytologie (Pflanzenwissenschaft) denke ich, dass psychoaktives Cannabis – zumindest annähernd – wie viele andere gleichfalls "legale" psychoaktive Substanzen und Krautwaren gehandhabt werden könnte. So wie zum Beispiel Johanniskraut (Hypericum perforatum). Das kann man frei in Apotheken, Drogerien und sonstigen Märkten zur Selbstmedikation erwerben. Teilweise wird es je nach Umständen auch ärztlich verschrieben.

▶️ Johanniskraut versus Betäubungsmittel (BtM):

  • Theoretisch könnte man Johanniskraut durchaus als BtM klassifizieren. Immerhin sind auch damit psychoaktive Effekte in Form von antidepressiver Wirkung möglich.
  • Teilweise werden auch erhöhte visuelle Lichtsensibilität bzw. "closed-eye visualizations (CEV)" als Nebenwirkung bei vulnerablen Personen und auch andere psychotische Effekte diskutiert, die zusammen mit der erwünschten Hauptwirkung als Rauscheffekt klassifizierbar sein könnte.

▶️ Substanz-Missbrauch:

  • Johanniskraut-Konsumenten sagt man allerdings für gewöhnlich auch nicht nach, dass diese "Missbrauch" betreiben, nur weil jene ein Bedürfnis nach "Wohlbefinden" haben, welches der Gesundheit dienlich sein kann – auch nicht, wenn diese das zur "Selbstmedikation" betreiben.
  • Mit der Gegenfrage: Möchten Sie des Missbrauchs tituliert werden aufgrund von Bedürfnissen, die Ihrem Wohlbefinden dienen? Cannabis dient im Prinzip auch dem Wohlbefinden, egal ob Selbstmedikation oder ärztlich verschrieben.

In diesem Kontext empfiehlt sich, dass eine annähernde Gleichbehandlung von Cannabis möglich sein sollte.

▶️ Rezept vs. Freizeit (24. Mai 2026):

Wenn jemand Cannabis mit Rezept nimmt, dann nimmt er keine Drogen und ohne Rezept schon? Den Molekülen ist das Blattpapier ziemlich egal und den Cannabinoid-Rezeptoren auch! [1].
Cannabis und andere psychoaktiv wirkende Stoffe unterscheiden nicht zwischen medizinischer Wirkung und Freizeitwirkung.